BDSM – Tipps & Hilfsmittel für ein fesselndes Erlebnis

In der näheren Vergangenheit noch ein Tabuthema, hat sich spätestens nach der Veröffentlichung von „Fifty Shades of Grey“ das Bild in Bezug auf BDSM in der Gesellschaft deutlich gewandelt.

BDSM sind die Anfangsbuchstaben der Begrifflichkeiten, die innerhalb der sich um diese Praktik gebildeten Szene Verwendung finden, diese sind: „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“.

Im Laufe der Zeit haben sich erotische Themen wie Sadomasochismus, Bondage oder Fetischismus vom alten „Schmuddelimage“ gelöst und sind salonfähig geworden. So wird beispielsweise Bondage als kunstvoll anerkannt und inzwischen haben viele Frauen und Männer erste Erfahrungen mit den Praktiken des Sadomaso sammeln dürfen und einige betreiben es gar regelmäßig.

Das reizvolle hierbei ist das Spiel zwischen Vetrauen und Verantwortung, von Hingabe und Annahme, Dominanz und Unterwerfung.

Dabei ist jedoch anzumerken, dass einige Praktiken viel Erfahrung oder zumindest ein Grundlagenwissen in Medizin erfordern, da ein blindes „Drauf-los-Spielen“ auch gefährlich für die eigene Gesundheit werden könnte. Vor allem in den Bereichen Spanking, Klemmen/Abbinden und Klinikspielen.

Also sollte für Neugierige und Anfänger dieser Spielart immer eine Grunddevise gelten:

Immer vorsichtig und langsam beginnen und sich an seine eigenen Grenzen herantasten!

Eines der grundlegendsten Faktoren bei BDSM-Praktiken ist, neben dem richtigen Partner und einem gewissen Vertrauen zwischen beiden Personen auch das richtige Equipment. Nachstehend könnt Ihr Euch von einigen Hilfsmitteln inspirieren lassen:

Seile & Ropes

Die Klassiker beim Bondage (die Fesselung einer Person) sind Seile in verschieden langen Ausführungen. Sie sind aus strapazierfähigen Kunstfasern hergestellt, die wenig nachgiebig sind und so gute, sichere und kunstvolle Fesselungen ermöglichen.

Darüber hinaus gibt es auch die „schnelle“ Fesselung mit Ropes aus Latex oder PVC, die von einer Rolle abgewickelt werden können und an sich selbst haften. Ein Knoten ist somit überflüssig. Diese Bondagevariante gibt es auch mit breiteren „Folien“, die um die zu fesselnden Körperpartien gewickelt werden. Bei diesen Fesselungen ist jedoch zu beachten, dass die Folie nicht atmungsaktiv ist und bei großzügiger Nutzung mit Vorsicht benutzt werden sollte.

Hand- & Fußschellen

Für die schnelle und sichere Fesselung bieten sich die klassischen Handschellen oder auch Fußschellen an. Diese sind in verschiedensten Ausführungen erhältlich.

Die bekannteste Version dürften die blanken Schellen sein, die in qualitativ unterschiedlichen Ausführungen existieren. Zum Ausprobieren sind sicherlich günstige Modelle geeignet, doch verfügen qualitativ hochwertigere Modelle über eine Sperr-Schutzfunktion, so dass die Schelle sich nicht weiter um die Gelenke schließt, als gewünscht. Außerdem sind die günstigeren Varianten relativ leicht vom Gefesselten zu öffnen, was nicht immer erwünscht sein dürfte.

Manschetten

Um Fesselungen im Spiel variieren zu können, besteht die Möglichkeit dem devoten Part Manschetten um die Arme, Beine oder den Hals zu legen, an denen Ringe zur Befestigung von Seilen oder Ketten angebracht sind. Diese Manschetten sind ebenfalls in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Wer es anfangs etwas sanfter haben möchte, sollte zu Manschetten aus Soft-Nylon greifen, da diese weich gepolstert sind.

Lederbänder gibt es sowohl gepolstert als auch ungepolstert und sind feste und widerstandsfähige Bänder an denen ebenfalls stabile Metallringe befestigt werden können. Für diejenigen, die es etwas härter mögen, existieren Fesselbänder aus Stahl.

Augenbinden & Masken

Werden die Augen verbunden, reagiert die menschliche Wahrnehmung mit erhöhter Sensibilität. Die Sinne Hören, Schmecken, Riechen und vor allem Fühlen und Tasten werden enorm geschärft. Am einfachsten ist dies mit Augenmasken umzusetzen. Da diese aber auch sehr leicht zu entfernen sind, gibt es auch sichere Varianten aus Leder, Lack oder Latex.

Eine Erweiterung der Augenmaske stellen Hauben oder Masken dar, die über den gesamten Kopf gezogen werden. Auch diese sind in Lack, Leder oder Latex erhältlich. Zudem gibt es sie mit unterschiedlichen Öffnungen. So kann neben der Beeinträchtigung des Gehörs (was wiederum den Tastsinn schärft) auch eine Knebelung oder Atemkontrolle erzielt werden.

Knebel

Knebel sollen verhindern, dass Widerworte im Spiel fallen. Hier sind die gängigsten Varianten Leder- oder Latexriemen, an denen ein Ball aus Plastik oder Latex angebracht ist. Es gibt jedoch auch Ringknebel, die den Mund offen halten.

Peitschen, Rohrstöcke, Paddles & Co.

Peitschen & Co sind im Spiel von Macht und Unterwerfung oft ein wichtiger Bestandteil. Am gängigsten sind hierbei drei Hauptgruppen der „Strafutensilien“:

Peitschen/Rohrstöcke

Peitschen besitzen einen kurzen Haltegriff und mindestens einen flexiblen, langen Riemen. Der Griff wird oft auch in Dildoform gefertigt, um weitere Spiele zu ermöglichen. Darüber hinaus sind mehrschwänzige Peitschen gern genutzte Utensilien. Gerade beim Spanking (dem Auspeitschen) werden Peitschen genutzt, um Spuren in Form von Striemen zu hinterlassen. Rohrstöcke sind für diesen Effekt noch besser geeignet. Diese sind dünne, leicht flexible Stöcke, die auch noch aus vergangenen Zeiten als Lehrerstöcke bekannt sind.

Paddles/Klatschen

Paddles (zu Deutsch: Paddel) und Klatschen haben eine breite Schlagfläche. Sie sind wahlweise fest oder flexibel. Diese hinterlassen keine Striemen und „klatschen“ bei der Verwendung auf der Haut, was den besonderen Reiz dabei ausmacht.

Gerten

Gerten stammen aus dem Reitsport. Sie haben einen langen Stiel an dessen Ende ein Minipaddle angebracht ist. Dies ermöglicht gezielte kleine Schläge.

Klammern, Klemmen & Clips

Diese Accessoires dienen hauptsächlich dem Abklemmen von Brustwarzen oder den Genitalien. Es gibt sie als Klemmen, Schlingen oder Schraubzwingen. Auch hier gilt die Devise: Langsam an die Grenzen des Körper herantasten!

Die Blutzufuhr wird gehemmt, was nach dem Abnehmen eine verstärkte Durchblutung mit Kribbeln zur Folge hat. Das Abklemmen führt dazu, dass die entsprechenden Körperpartien besonders sensibel und empfänglich für Berührungen werden. Das Abklemmen sollte jedoch nicht zu lange aufrechterhalten werden, da es sonst zu Gewebeschädigungen kommen kann.

Dies sind die grundlegendsten Hilfsmittel für Neugierige und Anfänger, die sich an diese fesselnde Welt herantasten möchten. Natürlich gibt es noch viele Erweiterungen wie Zaumzeug, Gewichte, Hodenfallschirme oder Keuschheitsgürtel, doch egal für welche Varianten Ihr Euch entscheidet, hört auf euren Körper, macht kleine Schritte und tastet Euch an Eure Grenzen heran. Denn dann kann es ein neues spannendes Erlebnis werden, die euer Sexleben sehr wohl bereichern kann.