Sadomasochismus – Lernen Grenzen zu überschreiten

Was ist Sadomasochismus?

Sadomasochismus, kurz Sado Maso, ist eine Wortkreation aus den Begriffen Sadismus und Masochismus und beschreibt eine sexuelle Neigung von Menschen, die seitens der Mehrheit der zivilisierten Gesellschaft bisweilen als Devianz, also als ein Verhalten angesehen wurde, welches von allgemein gültigen Werten und Normen abweicht. Beim Sadomasochismus geht es um eine Sexpraktik, bei der sich die Sexpartner, zum Teil noch immer hinter verschlossenen Türen, Schmerzen zufügen, sich erniedrigen und demütigen, um auf diese Weise Spiele zwischen Macht und Unterdrückung auszuleben. Während es den aktiven Partner sexuell erregt, sadistisch den passiven Partner (masochistisch) zu unterdrücken, so stimuliert es gerade den Gegenpart gepeinigt und unterdrückt zu werden, bis hin zur Schmerzgrenze oder im Extremfall gar darüber hinaus. Während es in der Öffentlichkeit vielfach noch immer bereits als unmoralisch gilt lediglich über derartige Neigungen zu sprechen, so empfinden gemäß diverser Studien mehr Menschen es als erotisch oder erregend entweder über die eine oder die andere Seite nachzudenken. Viele Menschen trauen sich noch heute nicht über ihre Neigungen, Wünsche und Vorlieben mit ihren Partnern zu sprechen. Damit könnte man spaßeshalber behaupten, dass jemand, der sich nicht traut über seine Neigungen zu sprechen, gleichermaßen durch das Unterdrücken sich sadistisch zu sich selbst verhält und damit zum Unterdrückten Masochisten wird.

Wo beginnt Sado Maso?

Vielleicht mit der Hand auf dem Po? (Spanking) Die Grenze ist nicht klar zu ziehen, da jeder Mensch ein anderes Schmerz- und Lustempfinden besitzt. Während bei den meisten Frauen bereits beim Cunnilingus der Einsatz von Zähnen Schmerzen bereiten kann, führen bei anderen Frauen Klammern an den Schamlippen zu keinerlei Stimulation. Spätestens seit dem Roman „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James, scheint Sado Maso plötzlich wie über Nacht salonfähig zu sein und in aller Munde. Jedoch ist die Thematik mit Vorsicht zu genießen, denn klar sollte sein, dass eine klare Grenze zu ziehen ist, sobald vor dem Hintergrund etwas geschieht, was einer der Sexualpartner nicht möchte. Auch medizinisch ist in der Psychologie und der Psychoanalyse die klare Grenze dann gezogen, sobald etwas unfreiwillig geschieht oder eine sexuelle Befriedigung ohne sadomasuchistische Handlungen nicht mehr erlangt werden kann. In diesem Fall ist es ratsam therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wenn es jedoch um Rollenspiele geht, die sich in Absprache zwischen den Sexpartnern abspielen, kann das Ausprobieren auch eingeschlafene Liebesbeziehungen wieder beleben.